Glossar

ABC-X KATEGORISIERUNG

Ein von EPEA entwickeltes Ranglisten-System, mit dem alle Substanzen, Materialien und Produkte nach ihren Auswirkungen für die menschliche Gesundheit und die Natur eingeordnet werden. Als "A" klassifizierte Substanzen, Materialien und Produkte sind "optimal" hinsichtlich ihrer Auswirkungen auf Mensch und Umwelt; die als "B" klassifizierten werden als "verbesserbar" eingestuft und lassen Spielraum für deutliche Verbesserungen; die als "C" klassifizierten werden als "tolerierbar" angesehen, sind aber entweder bis zur "A"-Stufe austauschbar oder verbesserbar, und als "X" klassifizierte Substanzen, Materialien und Produkte sind wegen ihrer negativen Auswirkungen auf Mensch und Umwelt inakzeptabel und müssen durch verträglichere Alternativen ersetzt werden.

ABFALL IST GLEICHBEDEUTEND MIT NAHRUNG

Eines der drei Grundprinzipien des Cradle to Cradle® Design Paradigmas. Es baut auf der Grundeinsicht auf, dass alle Produkte entweder biologische oder technische Nährstoffe darstellen, die entweder in offenen biologischen oder geschlossenen technischen Kreisläufen zirkulieren.

BIOLOGISCHER KREISLAUF

(Manchmal als biologischer Stoffwechsel bezeichnet.) Natürlich ablaufende Prozesse von Ökosystemen, in denen biologische Nährstoffe in sicheren und gesunden Kreisläufen zirkulieren und dadurch ständig wieder verwertbar bleiben.

BIOLOGISCHER NÄHRSTOFF

Ein von Organismen - auch auf zellulärer Ebene - genutztes Grundmaterial, mit dem Lebensprozesse wie Wachstum, Zellteilung, Kohlenhydrat-Biosynthese und andere komplexe Prozesse aufrecht erhalten werden. Gewöhnlich basieren biologische Nährstoffe auf Kohlenstoffverbindungen und stellen keine sofortige oder längerfristige Gefahr für die Umwelt dar. Sie können für menschliche Bedürfnisse verbraucht werden und danach risikolos in die Umwelt eingebracht werden, um dort wieder die natürlichen Nährstoffkreisläufe anzutreiben.

CRADLE TO CRADLE® DESIGN

(Von der „Wiege zur Wiege")  Ein neues Paradigma für menschliche und natürliche Prozesse, das auf drei fundamentalen Prinzipien aufbaut:
1) auf dem Grundverständnis, das Abfall stets wiederum Nahrung für andere Prozesse darstellt, 2) auf dem Gebrauch von Sonnenenergie und 3) auf der ausdrücklichen Betonung jeglicher Vielfalt (biologischer und kultureller Vielfalt, die auch die Vielfalt von Fähigkeiten entlang von Versorgungsketten der menschlichen Lebensstile und industriellen Fertigung enthält). Tatsächlich schlägt dieses Paradigma nichts weniger vor, als dass jegliches menschliche Design von der Natur lernen kann, um ein effektiver, sicherer, bereichernder, angenehmer und wertvoller Bestandteil der Erde zu werden. Cradle to Cradle® Design gestaltet menschliche Lebensstile und industrielle Fertigungsprozesse nach dem Vorbild natürlicher Prozesse, in denen alle Materialien als Nährstoffe betrachtet werden, die fortwährend in zwei geschlossenen Kreisläufen fließen: dem biologischen Kreislauf und dem technischen Kreislauf.

DOWNCYCLING

Die übliche Praxis, Materialien so zu recyceln, dass viel wertvolles Material nicht mehr als Rohmaterial für zukünftige Prozesse genutzt werden kann, sondern statt dessen verloren geht (z. B. beim Recycling von Plastik, das oft nur auf einer niederen Verwertungsstufe zu Parkbänken verarbeitet wird).

GEBRAUCHSGÜTER

Produkte, deren Design so beschaffen ist, dass sie aus technischen Nährstoffen (und gegebenenfalls auch aus biologischen Nährstoffen) bestehen, die vom Konsumenten lediglich gebraucht, aber nicht verbraucht werden, und im Besitz des Herstellers verbleiben (also im Grunde genommen lediglich geliehen werden). Der Hersteller bleibt im Besitz der wertvollen Materialbestände (technische Nährstoffe) für deren fortwährende Wiederverwendung, wohingegen der Kunde lediglich die Nutzungsrechte an dem Produkt erhält und von der Bürde der Entsorgung befreit ist. Produkte, die wertvolle, aber potenziell gefährliche Materialien enthalten, können vorteilhaft als Gebrauchsgüter („technische Nährstoffe") in geschlossenen technischen Kreisläufen geführt werden und unterliegen dort einer ständigen Optimierung und Kontrolle.

INTELLIGENT MATERIALS POOLING

Bildet einen Rahmen für die Zusammenarbeit der Wirtschaftsakteure innerhalb eines technischen Kreislaufs. Damit wird den Unternehmen die Bündelung von Materialressourcen, spezifischem Wissen und Kaufkraft hinsichtlich der Akquisition, der Umwandlung und dem Verkauf technischer Nährstoffe sowie den damit verbundenen Produkten ermöglicht. Das Resultat ist ein wechselseitig förderliches System der Kooperation zwischen den Akteuren entlang der Fertigungskette. Es begünstigt die Schließung technischer Kreisläufe sowie die Bereitstellung von Produkt- Servicestrategien.

DIE NÄCHSTE INDUSTRIELLE REVOLUTION

Die immer mehr an Bedeutung gewinnende Denkrichtung für die Herstellung und den Verbrauch menschlicher Güter, die das Konzept von Abfall vollständig überflüssig macht, ausschließlich Energie aus erneuerbaren Quellen (vorwiegend Sonnenenergie) benutzt, und die kulturelle und biologische Vielfalt aufrecht erhält. Die Verheißung der nächsten industriellen Revolution ist ein Produktionssystem, dass alle Ansprüche an ökonomische und ökologische Verfügbarkeit und soziale Gleichheit sowohl kurz- als auch langzeitig erfüllt - und dadurch für alle zukünftigen Generationen aufrecht erhält.

ÖKO-EFFEKTIVITÄT

Eine Cradle to Cradle® Strategie für ein sicheres, regeneratives und ökonomisches Design aller Aktivitäten des Menschen, die gleichzeitig ökonomische, ökologische und soziale Werte berücksichtigt.
Dieser Begriff steht in scharfem Gegensatz zur Öko-Effizienz, da die Öko-Effektivität nicht wie diese primär nur den negativen menschlichen Einfluss auf die Umwelt zu verringern versucht. Statt dessen schafft Öko-Effektivität die Voraussetzungen dafür, dass eine humane, sichere, profitable und regenerative Industrie "intelligente" und gesunde Produkte herstellen kann, deren Grundstoffe entweder im biologischen oder im technischen Nährstoffkreislauf fließen.

ÖKO-EFFIZIENZ

Die Strategie zur Minimierung der Umweltschädigung durch Reduzierung der bei menschlichen Tätigkeiten anfallenden Abfallmengen und Umweltverschmutzung.
Öko-Effizienz steht in scharfem Gegensatz zur Öko-Effektivität und beinhaltet lediglich die derzeit gängige und populäre Form des "Umweltschutzes", bei der die negativen menschlichen Auswirkungen lediglich vermindert, aber nicht aufgehoben werden.

ÖKO-INTELLIGENZ

Elegante Lösungen im Umgang mit Materialien, Prozessen und Ressourcen, die bereits in ihrem Design Aspekte natürlicher Systeme und Prozesse beinhalten. Derartige Aspekte schließen z. B. Nährstoffkreisläufe, Wechselbeziehungen, Synergien (gegenseitige Verstärkung), Vielfalt, Gebrauch von Sonnenenergie und die Fähigkeit zur Regeneration etc. ein.

ÖKOBILANZ

Ein Verfahren zur Bestimmung der potentiellen Umwelteinflüsse eines Produktes, bei dem alle verwendeten Materialien und auftretenden Energiezu- und -abflüsse in jedem Entwicklungsstadium (Herstellung, Gebrauch, Verwertung und Wiederverwendung) untersucht werden.

PRÄFERENZ (P) –LISTEN

Eine von EPEA entwickelte Methode, mit der alle an der Herstellung eines bestimmten Produktes beteiligten Substanzen nach ihrem Einfluss auf Mensch und Umwelt gruppiert werden. Diese Methode beinhaltet die Anwendung der ABC-X Kategorisierung und erlaubt es dem Entwickler und Hersteller, den Optimierungsprozess eines bestimmten Produktes fortlaufend zu charakterisieren und zu überwachen.

TECHNISCHER KREISLAUF

(Manchmal als technischer Stoffwechsel bezeichnet.) Die nach dem Vorbild natürlicher Prozesse modellierten industriellen Prozesse, in denen wertvolle Kunststoffe, Metalle, Mineralien und oftmals gefährliche Materialien in geschlossenen Kreisläufen zirkulieren und fortwährend wiederverwertet werden. In diesen Kreisläufen sind Gebrauchsgüter nichts anderes als eine bestimmte Stufe innerhalb eines nicht endenden Material- und Energieflusses.

TECHNISCHER NÄHRSTOFF

Ein Material, dass so konzipiert ist, dass es seinen Wert dauerhaft beibehält und fortwährend in geschlossenen Systemen (dem technischen Kreislauf) fließen kann, was Herstellung, Gebrauch, Rückgewinnung und Wiederverwertung einschließt.

UPCYCLING

Die gewünschte und sinnvolle Praxis, Materialien so zu recyceln, dass sie ihren Wert über die Zeit erhalten oder sogar vergrößern und kein wertvolles Material verloren geht (also das genaue Gegenteil von „Downcycling").

VERBRAUCHSGÜTER

Produkte, die so beschaffen sind, dass sie vollständig aus biologischen Nährstoffen bestehen, die sicher und vollständig wieder als Nahrung für lebende Systeme in die natürlichen Kreisläufe einfließen können - eine Komponente des biologischen Kreislaufes. Verbrauchsgüter sind öko-effektiv; es muss keinerlei Haftung für das Recycling oder die Beseitigung nach dem Gebrauch übernommen werden.

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News

01.09.2010
Cradle to Cradle® heute Abend im NDR Fernsehen weiter lesen

30.08.2010
Prof. Michael Braungart ist für den Deutschen Nachhaltigkeitspreis nominier weiter lesen

12.08.2010
Cradle to Cradle® ist Thema im "Europamagazin" in der ARD weiter lesen

 

 

Events

02.09.2010
Prof. Braungart spricht an der "Hogeschool" in Holland, University for Applied Sciences in Delft/NL weiter lesen

03.09.2010
Prof. Braungart hält eine Rede an der ETH Zürich, im Bereich Forschen und Bauen weiter lesen

08.09.2010
Prof. Braungart hält eine Rede in Zuge des "White Ladies Programme" weiter lesen

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