FAQs

Was kann zertifiziert werden?

Nur Produkte, keine Firmen oder Dienstleistungen.
Für komplexe Produkte wie Gebäude oder elektronische Produkte gibt es spezielle Regelungen. In diesen Fällen sprechen Sie bitte das Zertifizierungsteam bei EPEA unter certification(at)epea.com an.

In welchen Dokumenten befinden sich Informationen?

Auf der EPEA-Website finden Sie die folgenden Dokumente, meist auf Englisch, die Sie über Grundsätze und Verfahrensweisen der Cradle to Cradle®-Zertifizierung informieren:

Welches sind die Schritte im Zertifizierungsprozess?

Das Zertifizierungsverfahren besteht aus vier Schritten:

  1. Bewertung der Inhaltsstoffe (Material Assessment, Durchführung von EPEA)
    Bewertung aller Inhaltsstoffe eines Produkts entsprechend der ABC-X Kategorisierung von EPEA und MBDC
  2. Prozess-Evaluation (EPEA)
    Bewertung der Daten des Produktionsprozesses über Energie, Wasser und sozialer Verantwortung
  3. Audit (MBDC)
    Check, ob der Zertifizierungsprozess entsprechend dem Zertifizierungs-programm durchgeführt wurde. Aus Sicht von EPEA fungiert MBDC als unabhängige dritte Partei, da MBDC an den ersten zwei Schritten nicht beteiligt ist.
  4. Ausstellung des Zertifikats (MBDC)

Welche Art von Daten sind für eine Zertifizierung zu liefern?

Der zentrale Bereich ist die sog. „Definition“ des Produktes, dies bedeutet, alle Inhaltsstoffe zu kennen und mittels chemischer Bezeichnung und CAS-Nummer zu definieren.
Zudem werden Daten über den Produktionsprozess/die Produktionsprozesse (Fließbild, Stoff-In- und Output, Input an Recyclingmaterial, Energiebedarf, soziale Daten, Daten über Wassermanagement) benötigt.

Wie weit muss der Produktionsprozess betrachtet werden?

Es sind Daten über die wichtigsten Schritte des Produktionsprozesses zu sammeln. Es ist aber in der Regel nicht notwendig, die Produktionsprozesse in der gleichen Tiefe zu kennen wie das Produkt selbst. (Beispiel: für die Zertifizierung eines T-Shirts müssen zwar Daten über Spinnen, Weben, Färben und Ausrüstung gesammelt werden, nicht aber über den Produktionsprozess der beim Färben verwendeten Farbstoffe). Für einige Prozesse bestehen diesbezüglich Ausnahmen.

Woher bezieht der Bewerber die Daten?

Entweder besitzt der Kunde die Daten selber oder er fragt diese bei seinen Lieferanten nach.

Was ist zu tun, wenn der Lieferant die Informationen mit Hinweis auf Geheimhaltung nicht herausgeben möchte?

Grundsätzlich ist es Aufgabe des Kunden, mit dem Lieferanten zu verhandeln und eine Kooperation im konkreten Zertifizierungsprojekt zu vereinbaren. Im Anschluss daran kann EPEA mit dem Lieferanten eine Geheimhaltungs-vereinbarung abschließen (secrecy agreement / non disclosure agreement). Die Geheimhaltungsvereinbarung ist für den Lieferanten eine Garantie, dass keine Daten an Dritte weitergegeben werden. Somit können auch vertrauliche Daten, bspw. über Produktformulierungen zwischen dem Lieferanten und EPEA ausgetauscht werden. Bei diesem sogenannten “Know-how-trustee-Modell“ fungiert EPEA als Know-How-Treuhänder. Sollte ein Lieferant keine vorteilhafte Rolle für sich selbst in diesem Modell sehen, kann der Kunde entscheiden, mit welchem Lieferanten er in Zukunft arbeiten möchte.

Wie lange dauert der Zertifizierungsprozess?

Liegen alle nötigen Daten sowohl vom Kunden als auch von den Lieferanten vor, ist in der Regel mit etwa 6-8 Wochen für die Bewertungen durch EPEA und die Ausstellung des Zertifikats durch MBDC zu rechnen. Geschwindigkeitsbestimmender Schritt für die Zertifizierung ist in der Regel die Datenbeschaffung seitens des Kunden.

Was kostet eine Zertifizierung?

Die Kosten hängen hauptsächlich von der Anzahl der zu bewertenden Inhaltsstoffe ab. Zudem spielen die Anzahl der zu bewertenden Prozesse und der Audits eine Rolle. Nähere Informationen hierzu finden Sie in unserer Kurzinformation "Zertifizierung und Preisgestaltungs". Die exakten Kosten können nur genannt werden, wenn die genaue Anzahl der Inhaltsstoffe bekannt ist. Dies ist meist erst dann der Fall, wenn die Lieferanten die Zusammensetzung der verwendeten Produktkomponenten offengelegt haben.

Was ist während der Laufzeit eines Zertifikats zu tun?

Die vorher erstellten Phase-out-Pläne werden vom Kunden umgesetzt. Nach 6 Monaten erfolgt eine Abstimmung mit EPEA und ggf. eine Anpassung der Phase-out-Pläne. Informationen zu undefinierten, „Grau“ bewerteten Inhaltsstoffen werden vom Kunden eingeholt und von EPEA bewertet.

Wie sieht ein Phase-out-Plan aus?

Ein Phase-out-Plan ist mit anderen Plänen wie bspw. einem Businessplan vergleichbar. Er enthält Angaben zu Zeitrahmen, Budget, Personalaufwand und Partnern. Die geplante Vorgehensweise wird beschrieben, zuständige Personen genannt und Zwischenziele angegeben.

Wie lange gilt das Zertifikat?

Das Zertifikat ist ein Jahr gültig. Dann ist eine Re-Zertifizierung erforderlich. Erfolgt keine Re-Zertifizierung, so wird das Produkt ausgelistet.

Wie geht eine Re-Zertifizierung vor sich und was kostet sie?

Bei der Re-Zertifizierung gibt der Kunde EPEA gegenüber an, ob sich etwas am Produkt geändert hat und wie die weitere Optimierung des Produktes vorangeschritten ist. Der Erfolg von Phase-out-Plänen und Strategien zur Erhöhung des Anteils erneuerbarer Energien wird beurteilt.  
Bei unverändertem Produkt fällt eine Re-Zertifizierungspauschale von 2000€ an. Wenn Bewertungen neuer Inhaltsstoffe notwendig sind, wird hierfür ein Honorar entsprechend der dafür benötigten Zeit der EPEA-Wissenschaftler berechnet. (Standardpreise gem. Kurzinformation Zertifizierung und Preisgestaltung) Hat sich sehr viel geändert, so muss überlegt werden, ob eine gänzlich neue Zertifizierung angebracht ist.

Wendet MBDC die gleichen Kriterien an wie EPEA?

Ja, der Standard ist der gleiche. Dieser ist auf den jeweiligen Websites veröffentlicht: www.epea.com und www.mbdc.com

Wie ist der Zusammenhang zwischen beiden Organisationen?

Prof. Dr. Michael Braungart ist Gründer von EPEA und Mitbegründer von MBDC. Beide Firmen sind eigenständig, arbeiten aber in zahlreichen Projekten zusammen. Informationen, die einer der beiden Firmen im Rahmen von Geheimhaltungsvereinbarungen bekannt werden, bleiben auch nur bei dieser einen Firma. MBDC ist Lizenzgeber der Zertifizierung, EPEA Lizenznehmer. Wird eine Zertifizierung von EPEA durchgeführt, so ist MBDC für das Audit und die Ausstellung des Zertifikats zuständig.

Ist die Zertifizierung weltweit gültig?

Die Cradle to Cradle® Zertifikate sind weltweit gültig, unabhängig davon, ob ein Produkt von EPEA oder von MBDC zertifiziert wurde. Mit dem Zertifikat erhalten die Kunden eine Lizenzvereinbarung über die Nutzung des Logos, die unterschrieben wird. Vorbereitet wird dies durch MBDC und EPEA. MBDC hält die Rechte an der Marke Cradle to Cradle®. (Certification Mark CM, Registered Trademark®) EPEA ist Lizenznehmer des Zertifizierungsprogramms von MBDC.

Wo ist ersichtlich, welche Produkte bereits zertifiziert sind?

Die offizielle Liste der weltweit zertifizierten Produkte finden Sie auf der MBDC Website: www.mbdc.com

Warum ist MBDC an den Zertifizierungen von EPEA beteiligt?

MBDC ist der Lizenzgeber für die Zertifizierung und hält alle Rechte an den Logos. Demzufolge darf nur MBDC die Zertifikate ausstellen.

Überprüft EPEA die gelieferten Daten?

Die Cradle to Cradle® Zertifizierung basiert auf Vertrauen und Glaubwürdigkeit. Der Kunde bestätigt die Richtigkeit der gemachten Angaben durch Unterschrift der Geschäftsführung.
Zertifizierte Produkte, die den Anforderungen nicht mehr genügen, werden ausgelistet.

Gibt es einen Service für asiatische Unternehmen?

In der Hamburger EPEA Zentrale stehen chinesische Mitarbeiter als Ansprechpartner zur Verfügung.

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News

01.09.2010
Cradle to Cradle® heute Abend im NDR Fernsehen weiter lesen

30.08.2010
Prof. Michael Braungart ist für den Deutschen Nachhaltigkeitspreis nominier weiter lesen

12.08.2010
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02.09.2010
Prof. Braungart spricht an der "Hogeschool" in Holland, University for Applied Sciences in Delft/NL weiter lesen

03.09.2010
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08.09.2010
Prof. Braungart hält eine Rede in Zuge des "White Ladies Programme" weiter lesen

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