FAQs Cradle to Cradle CertifiedTM Zertifizierungen

Welche Organisationen sind beteiligt?

  • EPEA: Wir führen Zertifizierungen für Kunden durch. Unsere Aufgaben sind das  „Material Assessment“ (Materialbewertung) und die „Process Evaluation“ (Prozessbewertung), ggf. Betriebsbesichtigung, anschließend die Übergabe des Zertifizierungsberichts an das C2CPII (s.u.) mit Vorschlag eines erreichten Zertifizierungsniveaus.
  • MBDC: Entwickelte 2005 das erste Cradle to Cradle® Zertifizierungsprogramm und lizenzierte es. 2011 übertrug MBDC die Lizenz an das C2CPII (s.u.). MBDC führt ebenfalls Zertifizierungen für Kunden durch und fungierte bis 2011 als unabhängige dritte Partei für die Durchführung von Audits sowie die Ausstellung von Zertifikaten für die EPEA-Zertifizierungen.
  • C2CPII: Im Jahre 2010 wurde das Cradle to Cradle Product Innovation Institute (C2CPII), San Francisco/USA, gegründet. Seit 2011 ist das C2CPII verantwortlich für Auditierung der Zertifizierungen und die Ausstellung der Zertifikate. Das Zertifizierungsprogramm sieht grundsätzlich die Möglichkeit vor, dass vom C2CPII neben diesen Organisationen weitere „Assessoren“ weltweit akkreditiert werden können.

Was kann zertifiziert werden?

Die Zertifizierung ist für Produkte entwickelt worden. Firmen, Dienstleistungen, Lebensmittel oder Personen können nicht zertifiziert werden. Bezüglich der Inhaltsstoffe gibt es eine Reihe von Chemikalien („Banned Chemicals“), die als Produktbestandteile die Zertifizierung eines Produkts verhindern. Darüber hinaus werden Produkte nicht zertifiziert, wenn sie konzeptionell nicht in die Cradle to Cradle®-Grundsätze passen.
Wenn ein Kunde beabsichtigt, eine Reihe sehr ähnlicher Produkte zu zertifizieren, gibt es die Möglichkeit, dies als Produktgruppe zu realisieren mit dem Ergebnis, ein Audit und ein Zertifikat pro Produktgruppe zu erhalten.

In welchen Dokumenten finde ich Informationen?

Auf unserer Website finden Sie alle wichtigen und für die ersten Schritte notwendigen Dokumente. Aufgrund der internationalen Zertifizierung durch das C2CPII ist die Verfahrenssprache Englisch.

Auf der Webseite des C2CPII finden Sie ebenfalls weitere und detaillierte Informationen über die Cradle to Cradle®-Zertifizierung.

Welche Art von Daten habe ich für eine Zertifizierung zu liefern?

Der zentrale Bereich ist die so so genannte „Definition“ des Produktes, d.h. alle Inhaltsstoffe bis zu einer Konzentration von 100 ppm (mit Ausnahmen) zu kennen und mittels chemischer Bezeichnung und CAS-Nummer zu beschreiben.
Weiterhin: Daten über den Produktionsprozess/die Produktionsprozesse (Fließbild, Stoff-In- und Output, Input von Recyclingmaterial, Energiebedarf, Emissionssituation, Sozialdaten, Daten über Wassermanagement).

Woher bekomme ich die Daten?

Entweder besitzt der Kunde die Daten selbst oder er fragt diese bei seinen Lieferanten nach.

Wie weit muss ich den Produktionsprozess betrachten?

Es sind Daten über die wichtigsten Schritte des Produktionsprozesses zu sammeln („main manufacturing step“). In der Regel ist es jedoch nicht notwendig, die Produktionsprozesse in der gleichen Tiefe zu kennen (Beispiel: für die Zertifizierung eines T-Shirts müssen zwar Daten über Spinnen, Weben, Färben, Ausrüstung gesammelt werden, aber nicht über den Produktionsprozess der Farbstoffe). Weitere Ausnahmen finden SIe jeweils im aktuellen Cradle to Cradle CertifiedCM Product Standard.

Was ist zu tun, wenn mir mein Lieferant mit Hinweis auf Geheimhaltung die Informationen nicht geben möchte?

Grundsätzlich liegt die Aufgabe beim Kunden, mit dem Lieferanten zu verhandeln und eine Kooperation im konkreten Zertifizierungsprojekt zu vereinbaren. In der Folge kann EPEA mit dem Lieferanten eine Geheimhaltungsvereinbarung schließen („secrecy agreement“ oder auch „non disclosure agreement“), so dass vertrauliche Daten direkt zwischen Lieferant und EPEA ausgetauscht werden können. Diese Konstruktion läuft bei EPEA unter dem Begriff  „know-how-trustee”-Modell. EPEA fungiert darin als Know-How-Treuhänder. Falls ein Lieferant keine vorteilhafte Rolle für sich selbst in diesem Modell sieht, obwohl er Informationen über problematische Substanzen in seinem Produkt erhält, besteht für den Kunden die Möglichkeit, sich nach einem anderen, kooperativen Lieferanten umzusehen.

Wie lange dauert der Zertifizierungsprozess?

Wenn alle Daten von Kunde und/oder Lieferant vorliegen, ist in der Regel mit etwa 6 bis 8 Wochen für die Bewertungen durch EPEA und die Ausstellung des Zertifikats durch das C2CPII zu rechnen. Dieser Zeitraum kann sich verlängern, insbesondere wenn ein Kunde eine größere Anzahl von Produkten zu einem bestimmten Zeitpunkt zertifiziert haben möchte. Ein weiterer Faktor ist die Realisierbarkeit einer Betriebsbesichtigung in diesem Zeitraum.

Wie lange gilt das Zertifikat?

2 Jahre, dann ist eine Re-Zertifizierung erforderlich. Andernfalls wird das Produkt ausgelistet.

Wie funktioniert eine Re-Zertifizierung?

Wenn sich nichts geändert hat, bestätigt der Kunde dies und erhält ein neues Zertifikat zu Kosten von 1.500 €. Die Zertifikatsausstellung wird durch das C2CPII gesondert mit 500 € in Rechnung gestellt.
Wenn sich etwas bezüglich Produktzusammensetzung oder Produktionsprozess geändert hat und dadurch neue Bewertungen notwendig werden, berechnet EPEA dafür ein Honorar entsprechend der benötigten Zeit der EPEA-Wissenschaftler.
Wenn sich viel verändert hat, muss überlegt werden, ob eine neue Zertifizierung der Situation gerecht wird.

Was kostet eine Zertifizierung?

Die Kosten hängen meist hauptsächlich von der Anzahl der zu bewertenden Inhaltsstoffe ab, des weiteren von der Anzahl der zu bewertenden Prozesse und der Audits sowie darüber hinaus vom Aufwand der Betriebsbesichtigung. Ein Kostenrahmen kann nur genannt werden, wenn die Anzahl der Inhaltsstoffe bekannt ist oder abgeschätzt werden kann.

Sie erhalten zwei Rechnungen: eine vom C2CPII für das Audit und eine von EPEA für die Durchführung des Zertifizierungsprozesses.

Wie ist der Zusammenhang zwischen EPEA und MBDC?

Michael Braungart ist Gründer von EPEA und Mitbegründer von MBDC. Beide Firmen sind eigenständig, arbeiten aber in der Zertifizierung und in Projekten zusammen und wenden die gleiche Bewertungsmethodik an. Informationen, die einer der beiden Firmen im Rahmen von Geheimhaltungsvereinbarungen offengelegt werden, bleiben auch nur bei dieser einen Firma, so dass kein Austausch von vertraulichen Lieferantendaten erfolgt.

Ist die Zertifizierung weltweit gültig?

Kunden erhalten mit dem Zertifikat auch eine Lizenzvereinbarung vom C2CPII über die Nutzung des Logos, die sie zu prüfen und zu unterschreiben haben. Zertifikate sind weltweit gültig, entsprechend der Bedingungen der Lizenzvereinbarung. C2CPII und EPEA sind Lizenznehmer der Handelsmarke, die Eigentum von MBDC ist.
Der Zertifizierungsstandard ist einheitlich, veröffentlicht auf der Website des C2CPII.

Wo kann ich erfahren, was für Produkte schon zertifiziert sind?

Die offizielle Liste der zertifizierten Produkte weltweit wird auf der C2CPII-Website geführt.

Überprüft EPEA die gelieferten Daten?

Das Cradle to Cradle®-Zertifizierungssystem basiert auf Vertrauen und Glaubwürdigkeit, nicht aber auf Kontrolle wie z.B. ISO-Systeme. Der Kunde erklärt mit der Unterschrift der Geschäftsführung die Zahlen und den Inhalt der Datensätze. In vielen Fällen werden zur Verifikation analytischer Untersuchungen gefordert; Details finden Sie im Cradle to Cradle CertifiedTM Product Standard.
Zusätzlich wird der Kunde in der Regel vor Ort besucht, um den Produktionsprozess besser zu verstehen und zu verifizieren. Ziel ist es, einen direkten Kontakt mit dem Kunden zu etablieren und einen Eindruck von der Produktion zu erhalten, der die Beurteilung der gelieferten Informationen und Daten erleichtert.

Gibt es einen Service für asiatische Unternehmen?

EPEA hat ein Büro in Taiwan eröffnet, das bei Cradle to Cradle® Zertifizierungen beraten und unterstützen kann.